Erstrundenniederlage für die Dritte Mannschaft
Zu Beginn der neuen Saison mussten wir in Leer/Ostfriesland gegen die Fortuna Logabirum antreten, es war also eine „Fernreise“ angesagt. Obwohl wir uns an Brett eins mit Fabian verstärkt hatten, waren wir doch insgesamt ersatzgeschwächt, denn es fehlten zwei Stammspieler, und so unterlagen wir letztlich klar mit 3-5.

Die Ereignisse in, soweit ich es erinnere, chronologischer Reihenfolge findest Du hier:
Brett 4:
In einer mehr oder weniger ausgeglichenen Stellung lief

Thorsten in eine taktische Abwicklung, denn plötzlich konnte der gegnerische weiße e-Bauer mit e4-e5-e6-exf7+ einen „Rammlauf“ starten, der Thorsten Stellung entscheidend schwächte, so dass er letztlich in einen Mattangriff landete.

24...cxb4? Erforderlich war [ 24...Sxf3+ 25.Dxf3 De5 ]
Jetzt startet Weiß einen sehenswerten Sturmlauf:
25.Sxd4! Txd4 26.e5! Db6 27.e6!

27...Tf8 Es ist vorbei, denn z. B.: [ 27...fxe6 28.Txe6 Dd8 29.Txh6+- ]
28.Df5! Droht Matt auf h7. 28...g6 29.exf7+ Txf7 30.Dxg6+ Dxg6 31.Lxg6 Tg7

Es folgt ein hübsches Finale:
32.Tc8+! Lf8 33.Txf8+!!

1 - 0
Brett 7:
Simon naschte einen vergifteten Bauern auf d6, der ihm den eigenen Damenflügel kostete. Der a-Bauer rückte dann unaufhaltsam vor, und das war’s.
2 - 0

Brett 3:
Ich (=H.-J. Schrader) war wohl als Fahrer noch gedanklich auf der Autobahn, denn ich beging einen frühen positionellen Patzer, nachdem ich für den Rest der Partie zu passivem Spiel verurteilt war. An einer Stelle hätte mein Gegner eine klare Gewinnfortsetzung gehabt, die wir beide auch auf dem Schirm hatten, verbrauchten beide an dem Punkt auch viel Zeit und kamen dann beide zu dem Schluss: „Geht nicht“ – es ging aber doch!

Ich hatte hier zuletzt 31.Sg3 gespielt, da ich dachte, dass der Bauer auf h2 nicht zu nehmen ist, und mein Gegner kam zu dem gleichen Schluss:
31...Kc6? Nach Computer gewonnen hätte:
[ 31...Txh2! Ich dachte das geht nicht wegen der Fesselung: 32.Te2 Lh4! 33.Lg1 Th3!-+ ]. Weiß bekommt zwar den Bauern auf e5, doch Schwarz gewinnt mit dem bereits weit vorgerücktem g-Bauern. Die sich ergebenen komplizierten Varianten schenke ich mir hier. Es folgte:
32.Lg1 Kd5?

Ein Patzer kommt selten alleine:
33.Sf5! Lg5 (wegen der Gabel auf e3 erzwungen) 34.Se3+ Lxe3 35.Txe3=
Mit den verschieden farbigen Läufer war es nach nur 5 weiteren Zügen Remis. Das nennt man im Schach "Gespenster sehen"..
2 ½ - ½
Brett 2:

Andre spielt eine solide Partie, in der das Gleichgewicht niemals gestört war. Der einzige Höhepunkt war die bemerkenswerte Bauernstruktur an einer Stelle:

Nach 18.f4
3 – 1
Brett 8:
Unser „Newcomer“ Mats spielte eine gute Partie, stellte dann jedoch eine Qualität ein, wonach er auf Verlust stand. Doch, man höre und staune, kämpfte er sich zurück und erzielte tatsächlich noch den Ausgleich! Jedoch, ähnlich wie bei Thorsten, unterschätzte er den gegnerischen e-Freibauern, und als dieser vorrückte, lief er ebenfalls in einen entscheidenden Angriff rein. Für sein „Debüt“ jedoch eine sehr gute Partie!
4 – 1
Brett 5:
Es war meist Jörg, der im Vorteil war, doch als seine Dame zwecks Bauernraubs einen Ausflug in Richtung Damenflügel unternahm, konnte sie aus der Ferne nur noch zuschauen, wir ihr Gemahl unabwendbar auf Dauerschach stand. Jörg probierte noch lange rum, um den Damenschachs irgendwie zu entkommen, es half aber alles nichts mehr – Remis.
4 ½ - 1 ½

Der Kampf war also entschieden, der Rest nur noch Ergebniskosmetik, mit der wir loslegten an:
Brett 1:
Wie sich die Bilder gleichen, denn, ähnlich wie bei mir, stand Fabian von Anbeginn an schlechter, mit teils sehr klarem gegnerischem Vorteil, und an einer Stelle, ebenfalls wie in meiner Partie, stand er auf Verlust, doch zum Glück ließ sein Gegner auch den Gewinnzug aus. Die Partie nahm jetzt eine scharfe taktische Wendung, doch das ist Fabians Stärke, und da sein Gegner viel Zeit verbraucht hatte, war es jetzt Fabian der sich hübsch eine Gewinnstellung erarbeiten konnte.

Stellung nach 34.Sh4! Aber das geht doch nicht wegen:
34...Ld8 Oder? 35.Txf5! exf5 36.Sxf5+-

Das ist eine weiße Gewinnstellung. Es folgte:
36...Txc2 [36...Lb6 37.Te1+- nebst e6 u.s.w. verliert auch] 37.e6+! Ke8 [37...Kxe6? 38.Sxd4++-]
38.Sd6+

Ohje - Rückgewinn der Qualität! Es kam auch noch zu einem hübschen Ende:
38...Ke7 39.Sxc8+ Txc8 40.h6 gxh6 41.Txh6 Kd6 42.f5 Ke5

43.e7!! Lxe7 44.Te6+

44...Kxf5 45.Txe7+-
Nebst End of Game, wenn es sich Schwarz auch noch bis Zug 60 zeigen liess.
4 ½ - 2 ½

Brett 6:
Für den Bandwurm des Tages war diesmal Niklas zuständig. Nach etwa einem Dutzend Zügen war es kompletter Ausgleich, was sich auch niemals wieder ändern sollte. Im Zug 50 landete man in einem Totremis-Läufer- versus Springer(Niklas)-Endspiel, was man noch 25 Züge läng quälte, bis man sich endlich dazu durchrang, friedlich die Hände zu schütteln.
5 – 3
Zieht man Fabians und meine Partie in Betracht, war es also objektiv eher noch ein schmeichelhaftes Ergebnis für uns.
In Runde 2 am 11.10. ist gleich wieder die nächste Fernreise angesagt, denn wir müssen an die Hase zum SF Quakenbrück. Eigentlich eine lösbare Aufgabe, jedenfalls wenn wir vollständig sind.
Mein Name ist nicht Hase, sondern
Jochen, 21.09.2026