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3. Mannschaft verliert verdient gegen Osnabrück – gewürzt durch Slapstickeinlagen!

 

Nach dem 4-4 in Lingen wollten wir gegen den SV Osnabrück nachlegen und beide Mannschaftspunkte in Nordhorn behalten. Urlaubsbedingt mussten wir auf unseren Topscorer Jörg verzichten, zudem halfen Jochen und Hendrik in der 2. Mannschaft aus. Mit Arno van Akkeren, Lars und Sven ter Stal hatten wir aber guten Ersatz an den Brettern.

 


Brett 8:

 


Svens Gegner spielte in der Eröffnung etwas unvorsichtig, wurde von einem Bauernvorstoß auf dem falschen Fuß erwischt und verlor früh einen sehr wichtigen Bauern. Sven stand schon nach 15 Zügen komplett auf Gewinn. Er opferte dann aber inkorrekt zunächst einen Springer und dann auch noch einen Turm und wäre mit einem riesigen Materialnachteil verblieben, wenn sein Gegner richtig gerechnet hätte. Der aber „glaubte“ Sven, nahm den Turm nicht an und wurde drei Züge später mattgesetzt.

Brett 6:


Harald durfte / musste gegen das Osnabrücker Urgestein Nenad Bonacic ran. Beide spielte sehr ruhig, das Gleichgewicht wurde im Prinzip 40 Züge lang nicht gestört. Dann aber hat Harald eine drohende Springergabel gesehen, aber das gesehene wieder vergessen und die Springergabel zugelassen. Bonacic brachte die Mehrqualität dann mit guter Technik sicher ins Ziel.

Brett 2:


Michael hatte es mit einem Gegner zu tun, der etwa 10 Jahre inaktiv war – aber davor eine DWZ von etwa 2300 hatte. Offensichtlich hat er nichts verlernt, denn nach einer ausgeglichenen Eröffnungsphase reichten einige kleine Ungenauigkeiten von Michael, um langsam, aber sicher überspielt zu werden. Eine bärenstarke Leistung des Gegners, das muss man neidlos anerkennen!

Brett 7:


Lars kam nicht gut aus der Eröffnung, und im 17. Zug ließ er einen Freibauern seines Gegners auf die 6. Reihe. Der konnte dort gut unterstützt werden und erwies sich als Sargnagel. Lars stürm mit den Königsflügelbauern los, um für Kompensation zu sorgen, aber sein Gegner wehrte das eiskalt ab und nutzte die nun geschwächte schwarze Königsstellung zu einem Mattangriff.

Brett 1:


Arno spielte die Eröffnung mit den schwarzen Steinen sehr ambitioniert, opferte (oder verlor?) eine Qualität für einen Bauern, hatte nun aber sehr aktive Figuren in einer sehr komplizierten Stellung. Im Mittelspiel wäre eine Taktik für seinen Gegner möglich gewesen, die aber beide übersehen haben – sie war auch alles andere als banal.

Im 25. Zug glich Arno die Partie mit einem sehr schönen Manöver aus. Er hatte nun ein sehr starkes Läuferpaar und einen Bauern gegen zwei Türme, aber leider unterlief ihm kurz darauf ein Fehler, und nun ließ ihn sein Gegner nicht mehr vom Haken, Sieg für den Osnabrücker unmittelbar nach der Zeitkontrolle zum 4-1 Zwischenstand für unsere Gäste.

Brett 3:


Thorsten konnte mit Schwarz früh ausgleichen und im Mittelspiel mit geschickten Manövern zunächst einen positionellen Vorteil und bald einen Bauern herausholen. In einem Schwerfigurenendspiel (beide hatten noch Dame und beide Türme und viele Bauern, Thorsten aber einen mehr) war aber nicht leicht zu behandeln. Thorstens König stand etwas luftig, sein Gegner hatte ein Grundreihenproblem.

Thorsten spielte es viele Züge richtig gut, nach der Zeitkontrolle hatte er klaren Vorteil. Im 44. Zug hätte er die Partie aber beinahe einzügig eingestellt, sein Gegner hätte einen Turm opfern und dadurch die Dame gewinnen können. Hat er aber übersehen, und die meisten von uns hätten es gestern auch nicht geblickt.

Kurz darauf konnte Thorsten in ein reines Damenendspiel abwickeln, sein König hatte genügend Schutz, und ein Freibauern machte sich auf den Weg zur unvermeidlichen Umwandlung.

Somit konnten wir auf 2-4 verkürzen, hatten aber noch eine komplett gewonnene und eine auch komplett verlorene Stellung auf den beiden restlichen Brettern. Es sah also nach einer 3-5 Niederlage aus, die gab es auch, aber ganz anders, als man denkt …

Brett 5:


Niklas und sein Gegner fingen mit vertauschten Farben an, alles wieder auf Anfang und noch mal neu beginnen. Sowas habe ich auch noch nicht gesehen. Aber davon gab es in diesem Mannschaftskampf noch mehr …

Nach dem Neustart gewann Niklas einen Bauern, den er aber für aktives Spiel und einige schwache Felder im Lager das Gegners zurückgab. Irgendwann aber verlor er den Faden, verlor Bauern um Bauern und fand sich schließlich in einem komplett verlorenen Turmendspiel mit einem gegen vier Bauern wieder. Er gab allerdings nicht auf, und bald zeigte sich, dass sein Gegner nicht unbedingt ein Experte in Endspielen ist – er hat es nicht geschafft, den Materialvorteil in den Sieg umzusetzen. Eine für uns glückliche Punkteteilung, gleichwohl besiegelte sie aber unsere Niederlage, denn es stand nun 2,5-4,5.

Brett 4:


Ich (Alwin) erreichte in der Eröffnung mit Weiß wenig bis nichts, aber im frühen Mittelspiel hatte ich im Gegensatz zu meinem Gegner einen Plan. Er hingegen stellte seine Figuren seltsam hin, und ich konnte im 24. Zug einen Bauern einsacken. Er spielte jetzt sehr schlecht weiter, und aus einer klar besseren wurde eine haushoch gewonnene Stellung. Dann probierte er einige Tricks und machte das auch durchaus geschickt, aber ich habe sie alle durchschaut. Ich habe meinen Vorteil in aller Seelenruhe ausgebaut, er hätte längst aufgeben können, spielte aber weiter.

Im 67. Zug hatte ich aber ein Mattnetz geknüpft, aus dem es kein Entrinnen gab. Und dann hatte ich einen kompletten Blackout. Statt das geplante Matt in 3 zu spielen, dachte ich plötzlich, ich könnte in einem Zug mattsetzen. Aber sein König konnte einfach einen wichtigen Bauern schlagen, und ich hatte es dadurch zum Remis verdorben. Unglaublich, peinlich, super ärgerlich, so doof habe ich wohl noch nie einen Sieg verschenkt.

Am Ende gewannen die Osnabrücker also 5-3. Der Sieg geht vollkommen in Ordnung, und wir müssen sehen, dass wir mit einer deutlich besseren Leistung am 7. Dezember in Oldenburg wieder in die Spur kommen.

Nordhorn, 17.11.2025
Alwin Gebben