Fahrt nach Rotenburg zu den U8-Landesmeisterschaften

Hallo zusammen,

am 26.11.2011 startete eine kleine Fraktion vom SK Nordhorn Blanke in Richtung Rotenburg an der Wümme zur U8-Niedersachsen-Schnellschachmeisterschaft, bestehend aus Familie Meijerink und Familie ter Stal, Spieler waren Inken und Lars. Ständig präsent war der schlimme Schlag, den der Schachclub mit dem plötzlichen Tod von "Macher" Andreas Schaar hinnehmen musste.

Das Turnier war zahlen- und auch qualitätsmäßig stark besetzt. Unter den 34 Spielern befanden sich die besten U8-Spieler, die Niedersachsen derzeit zu bieten hat. Zum erweiterten Favoritenfeld zählte Lars, der Favorit selbst war meiner Meinung nach Jan Helmer aus Hameln, der schon im Frühjahr bei den U10-Meisterschaften auf Norderney sehr stark und für einen U8-Spieler erstaunlich ruhig gespielt hat.

Die Bedenkzeit bei diesem 7-Rundenturnier betrug 30min. Die ersten Runden zeigten jedoch, dass diese Bedenkzeit wohl eher selten genutzt werden würde, zumindest von Lars

Sein Bedenkzeitverbrauch betrug durchschnittlich etwa 2min pro Partie aber er war erfolgreich. Nach 2 Runden standen zwei volle Zähler zu Buche. Bei Inken lief es anfangs nicht so gut. Unglücklich verlor sie die erste Runde in klar besserer Stellung. Dadurch eventuell verunsichert verlor sie auch in der 2ten Runde. Bereits in der dritten Runde kam es zum Aufeinandertreffen von Lars mit Jan Helmer. In einer spannenden und ausgeglichenen Partie einigte man sich mit nur noch jeweils einem Bauern bei ungleichfarbigen Läufern auf ein gerechtes Unentschieden. Zwischendurch kam der nette Vater von Jan zu mir und sagte:"Lars versucht gerade ein Schäfermatt " was Lars später aber abstritt :

Bis auf Remishasser Fabian waren alle mit dem Ergebnis zufrieden er "beschwerte" sich per SMS und kündigte sein Kommen zusammen mit Jens Schulz an, um solche Remis in den noch ausstehenden Runden zu vermeiden. Schließlich hat sich Fabian bei diversen Turnieren den Beinamen "NSJ-Motivator" erarbeitet Gerüchten zufolge arbeitet er dabei sogar mit fiesen psychologischen Tricks, die in keinen Berichten auftauchen dürfen :

Damit hatte Lars sein Angstgegner überstanden und gewann anschließend Runde 4 gegen den ebenfalls starken Finn-Leon Schauder aus Braunschweig, dem Lars schon bei diversen Jugendserie-Turnieren gegenübersaß. Für Inken liefen die Runden 3 und 4 ebenfalls sehr gut. Sie machte ihre ersten 2 Punkte, sehr stark.

Nach den ersten 4 erfreulich verlaufenden Runden vom Tag Eins begann das für die Betreuer anstrengende Rahmenprogramm, wie sich später noch zeigen sollte... Es ging los mit Laufschach. Dies ist eine Schach/Laufvariante, bei der man solange Bedenkzeit hat, wie die gegnerische Mannschaft benötigt, einen zuvor von einem selbst möglichst weit weggeworfenen Ball/Münze oder was auch immer wieder einzusammeln. Leider ist man als Betreuer irgendwann auch dran mit dem Laufen und die Kinder entwickeln dabei einen teilweise erschreckenden Ehrgeiz

Konnten sich Jürgen und ich selbst uns beim Laufschach meistens noch mit pädagogischen Tricks vor dem Laufen drücken - die Mamas Luise und Danja hatten sich geschickt schon vorher zu "Frauengesprächen" in die andere Hallenseite zurückgezogen - war beim legendären Kinder-Betreuer - Fußballspiel keine Flucht mehr möglich.

Gefühlte 200 Kinder rannten auf etwa 8 tapfere Eltern ein. Sobald man den Ball annahm sah man eine Wand aus Kindern auf sich zustürmen. Trotzdem schlugen wir uns tapfer. Und wahrscheinlich hätten die Eltern auch gewonnen (auch dank 2 geradezu unglaublicher Tore von Geheimwaffe Danja, die einfach immer direkt vor dem gegnerischen Tor stehenblieb und alle sich bietenden Chancen eiskalt verwertete ), wenn nicht der eindeutig bestochene Schiedsrichter ein Tor wegen Abseits nicht anerkannte, den Kindern einen völlig unberechtigten Elfmeter zusprach und NSJ-ler Adrian ein zugegeben schönes Eigentor schoss Das Betreuerteam überlegt noch beim DFB Einspruch einzulegen :

Abends kamen dann Fabian und Jens. Natürlich mussten wir in guter alter Bad Zwischenahn - Tradition (die 2te Mannschaft weiß Bescheid oder Fabian? : ) erstmal ein wenig Brainstorming an der Theke halten

Später wurde das Brainstorming bei einigen geistigen Getränken fortgesetzt. Unterhalten wurden wir von einer interessanten Apre-Ski - Gruppe, hochklassigem Frauenschach zwischen Danja und Luise (Endstand nach 2 Tagen: 1-1) und natürlich dem Klassiker seit Oberhof: Ansageschach! Sofort gab es beim Ansageschach auch eine neue Regel: Gesagt - geführt! Später, soweit ich das noch weiß - sogar: Gedacht - geführt

Am nächsten Tag ging es für Lars gut weiter mit Runde 5. Er gewann gegen den einzigen Spieler mit noch weißer Weste, dem Mädchen Darja Rizo Wellmann. Aber das war ja auch kein Wunder - wir hatten ja den NSJ-Motivator Inken musste leider die 3te Niederlage hinnehmen. In Runde 6 ging es für Lars gegen einen weiteren "guten Bekannten" aus der Jugendserie, dem sympathischen Sören Evering aus Papenburg. Lars stellte eine Doppeldrohung Matt oder Damengewinn auf. Sören entschied sich die Dame zu retten, also setzte Lars matt. Anschließend gingen beide zusammen spielen, so sollte es sein. Inken verlor in aussichtsreicher Stellung gegen ein weiteres Mädchen, Daria Obst. Schade.

Wie es NICHT sein sollte zeigte sich in bzw. nach Runde 7. Lars spielte gegen Daniel Sviridov aus Königslutter. Was genau im Turniersaal geschehen ist kann ich nicht sagen. Ich habe mir angewöhnt, während der Spiele der kleinen nicht im Turniersaal zu erscheinen (jedenfalls meistens ). Das Zuschauen macht die Kinder nervös und strapaziert die eigenen Nerven unnötig Jedenfalls gab es einen Protestfall wegen berührt/geführt. Und anstatt nun die Schiedsrichter ruhig und zusammen mit den Kindern entscheiden zu lassen (wäre vielleicht sogar pädagogisch wertvoll), meinten anscheinend einige Betreuer/Eltern - Namen nenne ich mal lieber nicht - in einer solch massiven Art Einfluss auf die Schiedsrichter nehmen zu müssen, das sie aus dem Saal verwiesen wurden. Die Schiedsrichter sind in solchen Fällen sowieso angewiesen, auf Außenstehende nicht zu hören, was nur logisch (Beeinflussung?!) und auch richtig ist.

Das Spiel war schließlich vorbei, Lars hatte die Entscheidung des Schiedsrichters befolgt und anschließend gewonnen. Nun wollte er eigentlich nur noch aus dem Turniersaal gehen und sich freuen.

Das ging aber nicht. Er wurde von der aus dem Turniersaal verwiesenen Person "abgefangen" und so massiv beschimpft, dass er direkt in Tränen aufging. Eine wirklich tolle und auch vorbildliche Leistung von einem Elternteil gegenüber einem 7-jährigen Kind, zumal das eigene Kind auch noch zugeschaut hat. Eine völlig überzogene und total überflüssige Aktion. Nun ja, egal, am besten einfach schnell vergessen

Lars war mit diesem Ergebnis Landesmeister. Auch Inken konnte Runde 7 gewinnen und geht mit respektablen 3 Punkten aus dem Turnier.

Insgesamt gesehen war die U8-Landesmeisterschaft in Rotenburg eine tolle Veranstaltung. Die netten Gespräche mit den Beteiligten Eltern/Betreuern/Ausrichtern in geselliger Runde machen solche Turniere immer wieder zu angenehmen Ereignissen, die viel Spaß machen.


Lars und Inken

Vielleicht hat Lars diesen Sieg ja auch für Charly erspielt ihn hätte es sehr erfreut zu sehen, dass es erfolgreich weitergeht!

30.11.2011 Rainer ter Stal