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Dritte Mannschaft ist Tabellenletzter!
Über die Jahre betrachtet belegten wir immer einen soliden Tabellenmittelplatz, letzte Saison wurden wir sogar Vizemeister, doch in der aktuellen Saison klebt uns das Pech am Schachuhren-Umschalter, denn wenn wir diesen betätigen, war es oft genug nach einem Fehler. Jörg und mich (=H.-J. Schrader) ausgenommen, liegen alle Heroen der Dritten maximal bei 50%, oft genug darunter, und so ist der letzte Tabellenplatz mathematisch nur logisch.

Wir konnten noch keine einzige Begegnung gewinnen, und so erwischte es uns auch erneut in Runde 7, in der wir zu Gast beim SV Kaponier Vechta waren, mit einer klaren 5,5 – 2,5 Niederlage – und das vollkommen verdient.
Details zu dem Desaster in chronologischer Reihenfolge findest Du hier:
Brett 3:
Ich war relativ schnell fertig, unter zwei Stunden. Wir beteten uns gegenseitig ca. 20 Züge lang die Theorie vor, denn das wurde alles auf höchstem Level bereits gespielt. Wir landeten in einer Stellung, in der ich einen Bauern gewonnen hätte mit Vorteil (deswegen hatte ich diese Variante verfolgt). Stattdessen beschloss mein Gegner, sich doch besser selbst einen Bauern zu schnappen, was aber ein grober Patzer war:

Stellung nach 20.Sc3-d5
Erzwungen war jetzt [ 20...Dxd2 21.Sxf6+ exf6 22.Txd2 +/- ] und Weiß gewinnt einen Bauern auf d6 oder f6.
20...Dxb3??
21.Txf6! exf6

Und jetzt 22.Sxf6+ mit Gewinn des Ld7, oder was?
22.Dh6!

Nö! Schwarz gab auf.
0 - 1
Ich hatte jetzt also viel Zeit zum Kiebitzen, durchaus kein Vorteil, denn was ich da so mit ansehen musste…also wenn meine Haare nicht bereits grau wären… Sorry für die vielleicht etwas harten Worte, aber wenn selbst Basics nicht beherrscht werden muss man als Berichterstatter schon mal kritisch werden
Brett 8:
Einer unserer solidesten Spieler ist Hendrik, der bisher noch keine einzige Partie verlor, doch diesmal war es nicht so einfach, denn er kam in klaren Nachteil und, lt. Computer, sogar in eine Verluststellung. Doch glücklicherweise war es nicht einfach, und so verspielte es sein Gegner wieder zum totalen Ausgleich – Remis.
½ - 1 ½

Brett 7:
Harald stand positionell total überlegen, was in einen Bauerngewinn nebst sehr klarer Gewinnstellung für ihn mündete. Doch dann erlaubte er den gegnerischen Doppeltürmen das Eindringen über die a-Linie, verlor angesichts der plötzlichen Probleme den Überblick und stellte sich selber auf ein Hilfsmatt:

32.Sc3?? Nach [ 32.Td2! ] wäre nichts los gewesen.
32...Se6!

Der schwarze Springer schielt nach d4 und f4, wonach es auf Feld e2 brennt. Es folgte:
33.Tb1 Tbc2
34.Tbc1 Sd4!

Und da haben wir den Salat! Es droht Matt auf e2, also:
35.Te1 [ 35.Txc2?? Sxc2# ]
35...Tcf2!

Und gegen das Matt auf f3 gibt es nichts mehr, denn der Te1 muss ja e2 bewachen!
1 ½ - 1 ½
Brett 6:
Schach ist ein Angriffsspiel, also wozu sich mit langwierigen Figurenentwicklungen aufhalten, rochieren tun eh‘ nur Feiglinge, und so stürzte sich Niklas mit Dame und Läufer auf den gegnerischen König – oder mit anderen Worten ausgedrückt: er stand bereits unter 10 Zügen vollkommen auf Verlust. Es endete folgerichtig mit Matt seines Zentrumskönigs.
2 ½ - 1 ½
Brett 1:
Nach einem etwas „kreativen“ Eröffnungsspiel hatte sich Michael einen dicken Vorteil erarbeitet, der an einer Stelle, nach Stockfish, Gewinnstellung für ihn ergeben hätte. Doch leider spielte Michael anders, kam dann sogar in Nachteil und, ebenfalls nach Computer, landete selbst in einer Verluststellung. Doch Michael ist ein zäher Kämpfer, und so holte er sich den Ausgleich wieder zurück, nur – oh du heiliges Turmendspiel – es einzügig einzustellen:

Nach [ 37.Kh3 Txa4 38.Txh7= ] sagt Stockfish den 0.00-Totentanz an, denn ohne seinen König droht der a-Bauer gar nichts, und marschiert der König nach links, holt Weiß den Königsflügel ab.
Es kam jedoch:
37.g4+?? Kf4
38.Tf7

Das war die Idee, jedoch:
38...Kxf3! ganz cool...
39.Txf6+ Tf4!

Und die beiden letzten weißen Bauern fliegen auch noch - undeckbar - vom Brett, alternativ marschiert der e-Bauer.
Verständlicherweise wollte Michael das nicht mehr sehen.
3 ½ - 1 ½
Brett 5:
Wenn auf einen Verlass ist, so ist es Jörg, der sich eine überlegene Stellung erarbeitet hatte, in der er durch eine nette Taktik einen Springer gewann:

Selbst nach dem besseren [ 20...a4! 21.b4 Sb3 22.b5 Lb7 +/- ] hätte Jörg klaren Vorteil gehabt, es kam jedoch der Kurzschluss:
20...Df4?
21.b4! axb4
22.axb4

22...Lxc4 Denn nach [ 22...Sb7 23.b5+- ] ist der Läufer auch weg.
23.bxc5+-
Jörg gab seinen Gewinnvorteil niemals wieder her.
3 ½ - 2 ½

Jetzt lag immer noch unser „Standardergebnis“ 4-4 im Bereich des Möglichen, doch die Endspielkeulen schlugen gnadenlos zu:
Brett 2:
Thorsten stand auf Verlust, wehrte sich jedoch nach Kräften und erkämpfte sich den Ausgleich wieder zurück, nur (siehe Michael..) um es – oh du heiliges Turmendspiel zum zweiten – einzügig einzustellen:

Wie lautet eine der Grundregeln in Turmendspielen? Richtig! Turmendspiele muss man immer möglichst aktiv behandeln, selbst ggf. unter Materialeinbußen. So wäre es auch hier, nach irgendeinem aktiven Turmzug wie [ 51...Te3= ] oder [ 51...Tc2= ] oder [ 51...Tc8= ] oder... Remis gewesen. Es kam jedoch leider:
51...Tc5??
Komplett passiv, denn hier kann Schwarz weder Schach bieten, noch weiße Bauern angreifen.
52.Kf5!+- Oder sogar noch stärker: [ 52.Td6+!! Kc4 53.e6+- ]
52...Kc4
53.Ke4! Kc3
54.Txa6

Das ist 1-0, egal was Schwarz noch probiert.
54...Kb2 55.Kxd4 +-
Es kamen nur noch 5 Züge, in denen Weiß seinen Turm gegen den a-Bauern opferte, denn das weiße Freibauernpaar war nicht mehr zu bremsen.
4 ½ - 2 ½

Brett 4:
Für die Seeschlange des Tages war diesmal Alwin zuständig. Er hatte einen Bauern eingebüßt, doch das Springer- versus Läuferendspiel war Remis, wenn Alwin den „studienhaften“ Zug gefunden hätte. Eine tiefere Analyse würde den Rahmen sprengen, daher hier nur die entscheidende Stelle:

46...Kb3? Es wäre ein 0.00-Totremis gewesen nach [ 46...Le7!= ]. Warum?
47.Sc4 a4
48.h4!

Deswegen! Denn das ist der EINZIGE Gewinnzug, der durch Le7 verhindert worden wäre.
Also das hätten neun von 10 Spielern zum Verlust verdorben – Alwin ist hier aber auch gar nichts vorzuwerfen.
Weiß opferte seinen Springer gegen den a-Bauern, der Läufer alleine konnte der Bauernwalze nicht Herr werden, denn der schwarze König stand ja auch im Nirwana und nach einem Dutzend Zügen war es vorbei.
5 ½ - 2 ½
In den letzten beiden Runden geht es am 12.04. nach Spelle (Tabellenplatz 6), und in der Schlussrunde am 26.04. treffen wir zuhause auf Jever, die sich derzeit mit uns die rote Laterne teilen. Normalerweise hätte ich das in den vergangenen Jahren immer locker als „lösbar“ eingeschätzt, aber in unserer derzeitigen sportlichen Verfassung habe ich da so meine Zweifel.
Schwarzseher-Grüße
Jochen, 23.03.2026
PS: Falls wir den drohenden Abstieg noch abwenden sollten, wo feiern wir?
