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Dritte Mannschaft leidet an der Remisseuche!
Von den bisher gespielten 8 Runden in dieser Saison verloren wir drei und spielten sage und schreiben 5 Mal 4 – 4, so auch gestern erneut in einem Auswärtsspiel bei den SF Spelle. Wenn es auch in der Vergangenheit oft genug unser Verschulden war, so fehlte uns gestern doch ganz einfach auch ein Quäntchen Glück.

Geschehnisse des spannenden Kampfes in chronologischer Reihenfolge:
Brett 8:
Hendrik, als Geburtstagskind, bekam sofort ein Geschenk in Form eines kampflosen Sieges überreicht – das passte also.
0 – 1
Brett 7:
In einer bemerkenswerten Partie startete Niklas‘ Gegner, einfach mal so, ein wildes Opferspiel, in dem es zwischenzeitlich als Kiebitz schwierig wurde überhaupt noch festzustellen, wie denn nun gerade die aktuellen Materialverhältnisse sind. Doch das war alles inkorrekt und Niklas stand sofort auf Gewinn, spätestens als er durch ein eigenes Damenopfer (gegen was denn jetzt alles?) dem gegnerischen Angriff den Zahn zog. In der Schlussstellung hätte sein Gegner seinerseits seine Dame verloren und Niklas wäre mit drei (!) Leichtfiguren mehr verblieben.
0 – 2
Brett 4:
Ich (=H.-J. Schrader) spielte gut und kam mit Vorteil ins frühe Mittelspiel, doch dann wurde ich ungenau, wonach das Vorzeichen kurzfristig wechselte, und es anschließend zum Ausgleich degenerierte. Das war mit auch am Brett klar, ich beschimpfte mich innerlich selbst, doch da ich kein (war ärgerlich…) Remis wollte, stellte ich meinem Gegner eine Falle, die voll durchschlug:

Stellung nach 29.De6-f7 - die Stellung ist gleich.
Schach ist ein psychologisches Spiel und mein Gegner hatte die ganze Zeit über gegen meine Schwäche d6 gespielt, und jetzt - endlich - kann man nehmen, zumal sogar unter Damenangriff! Ich hatte die Dame auch absichtlich nach f7 gestellt, denn für die folgende Kombi' wäre auch 29.Df6 gegangen (ich bin fies - ich weiß es).
30.Sxd6?? Df1+!
31.Kh2 Tf2!

Weiß gab auf
0 – 3

Topscorer werden hier mit Fotos geehrt! (hüstel...)
Brett 2:
Michael kam gut aus der Eröffnung heraus, begann dann jedoch ein überzogenes Spiel im Zentrum, was ihm 10 Züge lang eine klare Verluststellung bescherte. Doch dann wurde sein Gegner ebenfalls ungenau, unterschätzte den letzten Trumpf Michaels in Form eines weit vorgerückten Freibauers und patzte:

Als Kiebitz dachte ich, dass der Läufertausch verliert, doch Stockfish bleibt cool:
[ 29.Lxd3! Sxd3 30.Sc2!= ]
Weiß opfert seinen Springer gegen den e-Bauern, gewinnt a7 und verbleibt mit drei verbundenen Freibauern gegen die Mehrfigur, was nach Computer totaler Ausgleich ist.
29.Lf3?? Sxf3+!
30.gxf3 e2 -+

Und Weiß konnte nur noch die Uhr anhalten. Juchhu! Michael hat hiermit seine Niederlagenserie beendet – ab sofort wird zurückgeschossen!
0 – 4
Man stelle sich vor: WIR FÜHREN MIT VIER ZU NULL! Da kann doch nichts mehr schief gehen, oder? Denn irgendwo wird schon noch ein Halber rausspringen, zumal es eigentlich insgesamt auch ganz gut aussah. Doch es sollte nicht sein, denn es folgte eine geradezu beispiellose Patzerserie:

Brett 5:
Alwin stand eigentlich die ganze Zeit über recht passabel, Remis war immer drin, als ihm ein positioneller Fehler unterlief, der die gegnerischen Figuren plötzlich aktivierte, deren Eindringen erlaubte und ihn in die Passivität drängte. In Verluststellung übersah er dann ein Abzugsschach, was ihm einen Springer kostete – es wäre aber auch objektiv sowieso verloren gewesen.
1 – 4
Brett 1:
Andre stand auf Gewinn, denn er hatte eine Qualität mehr gegen zwei Bauern, doch diese waren vereinzelt und verdoppelt – normal ein technischer Gewinn. Doch dann sah er die Gelegenheit zu einem Bauerngewinn, was auch stimmte, doch durch den dafür vorher notwendigen Figurenabtausch waren jetzt zwei gegnerische Bauern wieder zu einem prachtvollen Freibauerpaar verbunden. Der Gewinn war damit weg, es war nur noch Ausgleich, als er im Zug 37 eine einfache Taktik übersah, die ihm einen Springer kostete.
2 – 4
Brett 6:
Wie sich die Bilder gleichen, denn wenn hier einer auf Gewinn stand, so war es Jörg, als er ebenfalls eine Taktik übersah, die ihm einen Bauern und den Gewinnvorteil kostete. Doch sein Gegner setzte ungenau fort, und so hätte Jörg erneut gewinnen können, doch bekanntlich kommt ein Patzer selten allein und so stellte er es endgültig zu einem undeckbaren Matt ein:

Also wenn hier einer auf Gewinn steht, so ist es Jörg mit Schwarz am Zug nach [ 28...Td7!-+ ].
28...Tac8?
29.Txg7+!

29...Kh8 [ 29...Kxg7? 30.Sf5+ Kg6 31.Sxd6+- ]
30.Sf5? Nach [ 30.Ta7= ] wäre es ungefähr Ausgleich gewesen.
30...De6
31.g4

Schlaumeier Stockfish sagt jetzt weiterhin schwarzen Gewinn nach [ 31...Tg8!-+ ] an, wenn auch nicht mehr so klar wie oben.
31...Sxe2?? Oh je!
32.Tcc7!+- Game over!
32...Sf4+
33.Kf1 Dd5
34.Txh7+

Das ist Matt:
[ 34... Kg8 35.Tcg7+ (oder 35.Sh6++- ) 35...Kf8 36.Th8+ Dg8 37.Thxg8# ]
3 – 4

Brett 3:
Für die Seeschlange des Tages war erneut Thorsten zuständig. Er war die ganze Zeit in, teils klaren, Vorteil gewesen, als er seinen durchaus noch deckbaren Freibauern ohne Not verlor. Jetzt ließ sein Gegner nichts mehr anbrennen, bei Thorsten kamen weitere Ungenauigkeiten dazu, und es endete in einem Mattangriff gegen seinen nackten König in der Brettmitte.
4 – 4
Ehrlich – verstehst Du das, ist das noch zu fassen? Aus den letzten 4 Partien hätten wir mindestens noch locker zwei volle Punkte holen müssen, und jetzt stecken wir, auf dem vorletzten Tabellenplatz, voll im Abstiegsstrudel. In der letzten Runde in 14 Tagen spielt der Tabellenletzte Quakenbrück gegen den Tabellenzweiten Lingen, d. h. die Quakenbrücker sind höchstwahrscheinlich abgestiegen, hier müssen wir vermutlich keine Überrundung mehr befürchten (auf Holz klopfen!).
Dennoch müssen wir jetzt gegen Jever, die einen Punkt vor uns liegen, UNBEDINGT gewinnen, denn bei einem erneuten 4-4 sind wir auch weg vom Fenster!
Mit hoffnungsvollem Fernblick aus dem Fenster
Jochen, 13.04.2026
