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Klarer Sieg der Zweiten Mannschaft gegen die SG Ammerland
In Runde 2 der Landesliga Nord war mit Bad Zwischenahn einmal mehr „Fernschach“ angesagt, denn wir durften uns bereits um 8 Uhr früh auf die ca. 170 km lange Piste begeben. Naturgemäß gibt es dann immer Absagen, doch gerade die „Ersatzbank“ performte stark und trug entscheidend zum 3-5 Sieg bei.

Die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge:
Brett 7:
Hendrik beging im Zug 10 einen Eröffnungsfehler, der ihm eine sofortige Verluststellung bescherte, die im Zug 19 zu einem unvermeidlichen Figurenverlust führte. Eine etwas eher unglückliche Kurzpartie.
0 - 1
Brett 6:
Auch mein (=H.-J. Schrader) Gegner beging durch einen überhasteten Bauernvorstoß im Zentrum einen frühen Fehler, der ihm den wichtigen e-Bauer kostete und mir, lt. Computer, eine Gewinnstellung einbrachte. Doch die Stellung war offen und mein König unrochiert, so dass ich eine zeitlang sorgfältig spielen musste, was mir gelang. Durch mein jetzt starkes Zentrum konnte ich dann aktiv werden, was mit einem netten Blattchuß endete.

36...Txg2!!

0 - 1
1 – 1
Brett 4:
In bereits sehr schlechter, vermutlich schon verlorener, Stellung mit Minusbauern suchte Jarno sein Heil in einem Springeropfer, und setzte dabei seine Hoffnung in das dadurch entstandene Freibauernpaar. Doch sein Gegner entschärfte die Situation durch Rückopfer, was letztlich zu einer für Jarno aussichtslosen Materialverteilung TLS+5B versus TT+2B führte, was er nur noch aufgeben konnte.
2 – 1

Brett 2:
Jürgens Gegner hatte nach 0-0 und f4 versäumt, seinen König nach h1 in Sicherheit zu bringen, und so konnte Schwarz mit DSL auf die geschwächte Diagonale in Richtung Kg1 losgehen, was in einer sehenswerten Damenjagd mündete. Er hätte eine Figur gewinnen können, doch, bescheiden wie er ist, begnügte er sich mit Mehrbauer und aktiver Gewinnstellung, die ihm einen zweiten Mehrbauern einbrachte. Als der klare Gewinnvorteil dann auch noch in einem dritten Bauerngewinn mündete, hatte sein Gegner keine Lust mehr.
2 – 2
Brett 8:
Ich weiß zwar nicht, ob es beabsichtigt war, denn in einem weiteren Eröffnungsdrama „musste“ Simon im Zug 10 eine Qualität opfern, was ihm allerdings eine klare Gewinnstellung bescherte. Falls es so gewollt war (?), dann war es ein wirklich tolles Opfer! Doch im weiteren Verlauf schlug er dann leider den falschen Bauern, und so degenerierte es zu einfachem Vorteil, doch sein 400 DWZ (!) höher gewertete Gegner beging weiterer Ungenauigkeiten, was es Simon erlaubte, ein Bilderbuchfinale zu exerzieren:

23...d4! 24.De1 Txb2+!!

25.Kxb2 d3+! 26.Dxe5

Das Damenopfer ist erzwungen, denn sonst wird es noch schneller Matt.
26...Dxe5+ 27.Kb3 Le6+ 28.Ka4 Db5+ 29.Ka3 Da5+

Das ist ein forciertes Matt:
[ 30.Kb2 Dxd2+ 31.Kb1 ( 31.Ka3 Dc3+ 32.Ka4 Ld7# )
31...Dxa2+ 32.Kc1 Dc2# ]
Die Partie des Tages!
2 – 3
Brett 5:
Anna lieferte die zweite Partie des Tages ab, denn nach positionell überlegenem Spiel mündete die Partie in einer Stellung, in der die Taktik regierte und in der Anna niemals den Faden verlor, inklusive Opfer bzw. Opferdrohungen. Man landete in einer sehenswerten Schlussstellung, in der ihr Gegner aufgrund der zahlreichen Drohungen aufgab.

Stellung nach 34.Tbd1!
Es droht alles Mögliche, Stockfish spielt:[ 34... Txe7 ( 34...Kc5 35.La3+ +-; 34...Lxb2? 35.Lxg6+! +-)
35.Txe7 Lxb2 36.Txh7+- ] u.s.w. - Schwarz gab auf.
2 – 4

Brett 1:
Wenn es Ludgers Strategie gewesen war, seinen 100 Punkte höher gewerteten starken Gegner von Anfang zu neutralisieren, so ist sein Plan komplett erfolgreich aufgegangen. Die Stellung war von Anbeginn an kompletter Ausgleich, und wenn man auch 48 Züge lang kämpfte, kam dann doch nur in einem Damenendspiel – bezeichnend für den Partieverlauf – ein Dauerschach heraus.
2 ½ - 4 ½
Brett 3:
Durch sein bewährtes solides Spiel erreichte (der „große“) Jan ebenfalls relativ früh, so um Zug 17 herum, einen Gewinnvorteil, der in ein megaklar gewonnenes Endspiel S+Mehrbauer gegen L mündete. Ich hatte den vollen Punkt für uns innerlich bereits abgehakt, jedoch, oh du heilige Technik, oder vermutlich war es auch einfach nur Erschöpfung, verdarb er es in 52 Zügen zum Remis.
3 - 5
Ein schöner Sieg, der im Vorfeld so durchaus nicht zu erwarten war.
Damit liegen wir auf dem mit SV Werder Bremen 4 geteilten ersten Tabellenplatz, mit denen es auch prompt in Runde 3 am 07.12.2025 zum Spitzenduell kommt!

Nikolausi-Grüße
Jochen, 17.11.2025
